Die Sprachschule bietet auch einen Kochkurs an. Echte bolivianische Kueche schien uns weniger gefaehrlich als Salsa. Das konnten wir uns nicht entgehen lassen und so fanden wir uns am Freitagabend im Haus des Direktors ein. Der Direktor ist ein Claus aus Karlsruhe. Vor 3 Jahren bereiste er Suedamerika und verliebte sich in eine Bolivianerin. Nun ist er verheiratet und einen kleinen Claus gibt es jetzt auch. Die Familie und wir Schueler schnippelten, kochten und brieten, bis 3 Stunden spaeter "Pique Macho" fertig war. Das ist ein Mischmasch aus frittierten Kartoffeln, Fleisch, Eiern, Zwiebeln, Chilli, Paprika und Tomaten. Es schmeckt fantastisch! Am naechsten Tag wollten wir unsere Reise fortsetzen. Daraus wurde nichts. Franzi fuehlte sich morgens so elend, dass sie nicht mal zur Schule konnte. Das hinderte sie allerdings nicht am Checkout im Hostel, waehrend ich in der Schule war. Sie hoffte immer noch wir koennten nachmittags aufbrechen. Als ich aus der Schule kam, waren wir dann obdachlos. Unser Zimmer war laengst belegt und Franzi brauchte nichts dringender als ein Bett (naja, und ein Klo). Ich lief los und klapperte Hostels und Absteigen ab, die entweder teuer oder belegt waren. Letztendlich fans ich doch noch eine Absteige, die noch guenstiger als unsere war. Das Abklappern war ein gutes Spanischtraining. In der Absteige fand ich dann auch noch einen Argentinier, mit dem ich weiter ueben konnte. Ich mache klitzekleine Fortschritte. Heute geht es Franzi schon besser. Waehrend Essen gestern keine Option fuer sie war, isst sie heute schon Banane und Broetchen. Wir sind erleichtert. Gestern sah sie sogar etwas fiebrig aus. Also, "Pique Macho" isst sie wohl nicht nochmal. Achso, brauch jemand einen Besen?

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